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Hamburg Hauptbahnhof
Westlicher Seitenbau



Architektur

Für die repräsentative Gestaltung des Bahnhofes wurde 1900 ein Wettbewerb ausgeschrieben,
den die Architekten Heinrich Reinhardt und Georg Süßenguth aus Charlottenburg gewannen.
Kaiser Wilhelm II. bewertete ihren ersten Entwurf als „einfach scheußlich“, er musste überarbeitet werden.
Die technische Konzeption stammte von Ernst Moeller.

Halle und Empfangsgebäude

Der daraufhin überarbeitete Plan war monumentaler und betonte von außen die gewaltigen 73 Meter Spannweite der Bahnsteighalle.
Die Halle ist 150 Meter lang, insgesamt 114 Meter breit und bis zu 37 Meter hoch.
Das von zwei 45 Meter hohen Türmen mit quadratischem Querschnitt flankierte Empfangsgebäude wurde mit einer Brücke bzw. dem „Nordsteg“ quer durch die Bahnsteighalle an die Nordseite gebaut.
Am südlichen Ende der Halle läuft innen der schmalere Südsteg als Fußgängerbrücke über die Gleise und außen die breite Straßenbrücke des Steintordamms, die als kurzes Bindeglied zwischen der Mönckebergstraße und der Adenauerallee wirkt.
Die Halle wird als ein gelungenes Zitat des Palais des Machines der Pariser Weltausstellung von 1889 angesehen.
Der Bahnhof ist auf 800 Eisenbetonrammpfählen tiefgegründet und gehört zu den ersten größeren Bauten mit Eisenbetonpfählen im norddeutschen Raum.
Die Ausführung der Gründung erfolgte im Jahr 1902 durch das „Ingenieur-Bureau für Cement-Eisenconstructionen“ (Eduard Züblin) aus Straßburg.
Im Zweiten Weltkrieg erhielt der Hamburger Hauptbahnhof im Frühling 1941 eine Tarnabdeckung in Form einer bemalten Holzkonstruktion, um anfliegenden alliierten Bomberverbänden die Orientierung zu erschweren.
Trotz dieser Maßnahme wurde er vor allem im November 1941 und Juli 1943 („Operation Gomorrha“) durch Bombentreffer stark beschädigt, sodass nach Kriegsende 1945 sogar der Abriss und Neubau diskutiert wurde.
Man entschied sich jedoch dafür, das alte Gebäude beizubehalten, und es wurden zunächst einige notdürftige Reparaturen vorgenommen.
Nach der Währungsreform 1948 wurde die Instandsetzung abgeschlossen. In den 1970er Jahren erfolgte schließlich eine Grundsanierung.
Mit der Errichtung der Tunnelstation 1969–1975 östlich der Halle für die City-S-Bahn wurden seitliche Anbauten der Ostseite abgerissen und der Nordsteg („Wandelhalle“) renoviert.

Bild/Textnachweiss:
Foto:Lars Brüggemann
Foto:Wolfgang Pehlemann
Text:Bezirk Hamburg-Mitte
Text:Wikimedia
Text:wikipedia.org/Sankt Georg
Text:wikipedia.org/Hauptbahnhof

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