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St.Georg um 1855

St.Georg

Das Viertel verdankt seinen Namen dem nach dem Heiligen Georg benannten Lepra-Hospital,
das um 1200 außerhalb der Stadt gegründet worden war.
Dem Hospital St.Georg gehörte der Landstreifen zwischen der Straße Koppel und der Außenalster.
Hierhin wurden später störende Gewerbe wie Schweinezüchter und Branntweinbrenner abgeschoben.
1564 wurde ein Pestfriedhof angelegt, der als Armenfriedhof weiterbestand.
Später stand hier auch der Galgen von Hamburg
Nach dem Bau von Bastionen auf dem Gelände des späteren Krankenhauses St. Georg 1681 war das Viertel in die Stadtfestung einbezogen.
Zusammen mit dem Hammerbrook bildete es die Vorstadt St. Georg.
1868 wurde St. Georg (nach der Hamburger Altstadt und der Neustadt) formal in das Stadtgebiet eingegliedert.

Der Brunnen
Der Bau des Hansabrunnens (ursprünglich Hansa-Brunnen geschrieben)
wurde von der 1872 gegründeten Hanseatische Bau-Gesellschaft – deren Gesellschafter unter dem Aufsichtsratsvorsitzenden,
Kaufmann und Politiker Edgar Daniel Roß, der Kaufmann und Hamburger Senator Gustav Godeffroy, der Immobilienmakler Wentzel
und weiteren Kaufleuten waren – finanziert mit einer Bausumme von ca. 130.000 Mark.
Diese Bau-Gesellschaft, errichtete auch das umliegende Wohngebiet.
Verwirklicht wurde der Brunnen von dem Bildhauer Engelbert Peiffer.
Eingeweiht wurde der Brunnen am 10. Juli 1878.

Der opulent ausgestattete Zierbrunnen war der erste von mehreren Brunnen dieser Art,
die damals im Hamburger Stadtgebiet aufgestellt wurden:
Ebenfalls von Peiffer gestaltet wurden der Meßberg-Brunnen (1878, heute auf dem Hopfenmarkt)
sowie der Hygieia-Brunnen im Rathaus-Innenhof (1896, Joseph von Kramer)
und der Stuhlmannbrunnen im benachbarten Altona (1900, Paul Türpe).
Auch auf dem Alten Fischmarkt 1889/90 befand sich ein Brunnen von Pfeiffer
mit dem Element des Standbildes von Karl dem Großen und den vier Wappenlöwen, das heute vor dem "Kleinen Michel" steht.

Die vier Figuren, die am Hansabrunnen dargestellt sind, sind vier historische Persönlichkeiten,
die – nach damaliger Lesart – die Geschichte Hamburgs und der Hanse beeinflusst haben sollen:
Kaiser Konstantin der Große (Richtung Steindamm, als Förderer des Christentums im Allgemeinen),
Karl der Große (Richtung Asklepios Klinik St. Georg, ihm wurde lange Zeit die Gründung der Stadt zugeschrieben),
Erzbischof Ansgar (Richtung Hauptbahnhof, als „Gründer“ des Domes und der Altstadt)
und Graf Adolf IV. von Schauenburg und Holstein (Richtung Alster),
Eroberer Holsteins, Stifter des Marien-Magdalenen-Klosters an der Unteralster,
darüber die Wappen der Hansestädte Lübeck, Hamburg, Bremen und des Deutschen Reiches.
Ganz oben, als krönender Abschluss, ist die Hansa dargestellt, also keine Göttin,
auch nicht – wie oft angenommen wird –
Hamburgs Schutzpatronin Hammonia,
sondern eine Allegorie auf die Stärke und Macht des ehemaligen Hansebundes.



Aktuelle Entwicklung


St. Georg ist ein Stadtteil, der viele Probleme mit Drogen- und Menschenhandel hatte.
Doch seit circa 1998 ist es wieder chic, in St. Georg zu wohnen.
Die Drogenszene um den Hansaplatz wird in umliegende Bezirke verdrängt,
und gerade im Bereich um die Lange Reihe steigen die Mietpreise.
Auch wird vermehrt Mietwohnraum in Eigentumswohnungen umgewandelt.
Vor- und Nachkriegsbauten werden abgerissen, um Platz für Neubauten mit Eigentumswohnungen zu schaffen.
Die multikulturelle, bunte Einwohnerstruktur der letzten Jahrzehnte wird entsprechend
durch eine zahlungskräftigere, nicht selten schwule Klientel verändert (Gentrifizierung).
Die Bild-Zeitung schrieb:
Die LangeReihe hat sich gemausert Künstler, Angestellte und Freaks gehen hier shoppen.
Abends trifft man sich in einer der Bars oder im Restaurant.
Beliebt ist die Straße auch wegen ihrer multikulturellen Vielfalt.
Die bis Ende der 1980er-Jahre zahlreich vertretenen kleinen Handwerks- und Gewerbebetriebe sind
nach und nach durch schicke Straßencafes und Boutiquen ersetzt worden.
Die Lange Reihe zeichnet sich durch ein sehr gemischtes Angebot an Läden und Gastronomiebetrieben aus.
Durch die zentrale Lage und ein großes Angebot an preiswerten Hotels und Pensionen ist St.Georg
insbesondere für Rucksacktouristen ein beliebtes und empfehlenswertes Reiseziel.


Bild/Textnachweiss:
Foto:Lars Brüggemann
Foto:Wolfgang Pehlemann
Text:Bezirk Hamburg-Mitte
Text:Wikimedia
Text:wikipedia.org/Sankt Georg
Text:wikipedia.org/Hauptbahnhof

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